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Bisexualität: Das solltest du darüber wissen

Bisexualität ist den meisten Deutschen ein Begriff, dennoch haben wir in der Regel weniger Berührungspunkte als beispielsweise mit der Homosexualität. Weißt du eigentlich, wo der Begriff herkommt, was Bisexualität bedeutet und was sie ausmacht? Antworten auf diese und noch weitere Fragen zu diesem aufregenden Thema haben wir für dich nachstehend zusammengefasst.

zwei Frauen küssen sich

Bisexualität steht in der Bekanntheit menschlicher sexueller Orientierungen an dritter Stelle. Und der Anteil Menschen, die sich als bisexuell bezeichnen, ist sicherlich viel größer, als du vermutest. Dich interessiert dieses Thema? Hast du tief in dir eine Ahnung, dass du auch "bi" sein könntest? Oder weißt du das seit Kurzem und bist neugierig, wie sich das anfühlt? Dann arrangiere doch dein nächstes Sextreffen mit einem Partner, der auch bisexuell ist und lerne dadurch vielleicht eine neue Seite an dir kennen - entweder die homo- oder die heterosexuelle? Wer weiß, wer weiß...

Bisexualität - was ist das genau?

Früher wurden Menschen als bisexuell bezeichnet, die aufgrund ihrer sekundären und primären Geschlechtsmerkmale nicht eindeutig einem Geschlecht zugeordnet werden konnten. Heute bezeichnen wir das als "intersexuell". Insofern hat der Begriff "Bisexualität" in seiner Bedeutung einen völlig anderen Ursprung.

Heute verstehen wir unter Bisexualität, dass sich Menschen sexuell (äußere Merkmale) und/oder emotional (innere Merkmale) von beiden Geschlechtern angezogen fühlen. Deshalb können sie erotische Abenteuer mit beiden Geschlechtern haben und sowohl mit Männern als auch Frauen intime Beziehungen führen.

Bisexualität bei Frauen häufiger

Unterschiedliche Umfragen haben gezeigt, dass Frauen häufiger bisexuell sind als Männer. Das zeigt eine Umfrage des "National Survey of Sexual Health and Behavior" (USA). Bei der Frage nach ihrer sexuellen Orientierung gaben 3,6 Prozent der Frauen an, bisexuell zu sein, jedoch nur 2,6 Prozent der männlichen Teilnehmer. Aufgrund einer stärkeren sozialen Akzeptanz weiblicher Sexualität (aller Facetten) gehen andere Umfragen/Studien davon aus, dass der Anteil bisexueller Frauen noch höher liegt.

Deshalb können sich Frauen mit ihrer Sexualität eindeutig identifizieren und sie auch offen ausleben. Insgesamt ermöglicht eine zunehmende Offenheit der Gesellschaften gegenüber sexuellen Abweichungen von der "Norm" zunehmend Bekenntnisse zur eigenen Bisexualität. Mit der logischen Konsequenz, dass die Vorurteile langsam weniger werden und irgendwann ganz aussterben.

Apropos Vorurteile...

Vorurteile halten sich (noch) hartnäckig
Obwohl sich Medien und Gesellschaft gegenüber anderen sexuellen Ausrichtungen öffnen, werden bisexuelle Menschen immer noch mit vielen Vorurteilen konfrontiert.

So sei Treue beispielsweise nicht unbedingt eine Stärke bisexueller Menschen und angeblich ein Grund dafür, weshalb sie eher offene Beziehungen bevorzugten. Diese Ansicht lässt sich recht schnell entkräften. Das Problem: Bisexuelle Menschen werden von hetero- wie auch homosexuellen Menschen mehrheitlich abgelehnt. Somit sinkt auch das Interesse, mit bisexuellen Menschen eine feste Beziehung einzugehen, weil er/sie sich ja auch plötzlich dem anderen Geschlecht zuwenden könnte. Damit haben viele Menschen Probleme. Dabei ist doch die eigentliche Enttäuschung, dass sich der geliebte Partner - unabhängig vom Geschlecht - einer anderen Person zuwendet.

Männer haben stärker mit Vorurteilen zu kämpfen. Sie sind das "starke Geschlecht", körperlich (Stärke, Kraft) und auch mental (entscheidungsstark, strukturiert). Eine bisexuelle Gesinnung, die ein klares Bekenntnis zu einem Geschlecht (egal ob hetero und homo) vermissen lässt, wird dann gerne als "verwirrt" bezeichnet und nicht wirklich ernst genommen.

zwei Männer küssen sich

Bisexuelle Menschen wollen öfter

Das bekannteste Vorurteil, mit dem bisexuelle Menschen immer wieder konfrontiert werden, lautet: Wer sich zu beiden Geschlechtern hingezogen fühlt, hat selbstverständlich einen stärkeren Sexualtrieb!

Eine Studie mit 200.000 weiblichen und männlichen bisexuellen Teilnehmern, die im "Archives of Sexual Behavior" im Jahr 2007 veröffentlicht wurde, hat gezeigt, dass der Sexualtrieb bisexueller Menschen nicht stärker ist als bei Menschen anderer sexueller Ausrichtung. Die Studie hat dieses festgefahrene Vorurteil eindeutig entkräften. Möglicherweise kommen Kontakte schneller zustande, da für Bisexuelle die Auswahl potenzieller Partnern größer ist.

Bisexuelle entwickeln meist eine Vorliebe

Bisexuell heißt nicht, beide Geschlechter gleich stark zu begehren. Auch in diesem Bereich entwickelt jeder Mensch eigene Präferenzen. In der Regel fühlen sich Männer und Frauen mit bisexueller Ausrichtung zu einem Geschlecht stärker hingezogen. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. Mitunter ist die emotionale Anziehungskraft sogar stärker als die sexuelle.

Geschlechtergrenzen gibt es für bisexuelle Menschen nicht. Ob Gay Chat, dem ein erotisches Treffen folgt oder ein Date mit einer aufregenden Lady; Bisexuelle sind für alles offen, folgen ihren Emotionen und können daher mit Partnern beiderlei Geschlechts auch für lange Zeit glücklich werden.Irgendwie beneidenswert, oder?

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